LESEPROBEN

Ihr seid neugierig auf meine Bücher geworden und möchtet gerne mehr erfahren? Dann habe ich hier ein paar exklusive Leseproben, die Euch einen kleinen Einblick in Secret Dreams – Gefährliche Leidenschaft‹ und Lost Christmas‹ gewähren werden! 😉
Viel Freude beim Lesen! 

 

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… Eine Frau, die alles im Leben verloren hat und ein Mann, der sie um jeden Preis für sich gewinnen will …

PROLOG – 24.12.2006

»Gottverdammt!«, brüllt Dad aufgebracht und schlägt mit den Fäusten gegen das Lenkrad. Ich sehe aus dem Augenwinkel, wie Beth, meine kleine Schwester, zusammenzuckt und hastig nach meiner Hand greift. Ihre winzigen spitzen Fingernägel presst sie dabei unbewusst in die weiche Haut meiner Handinnenfläche, doch der leichte Schmerz macht mir nichts aus.
»Es wird alles gut«, flüstere ich ihr beschwichtigend zu und schenke ihr ein aufmunterndes Lächeln. Sie richtet ihren Blick auf mich und alles, was ich dort erkennen kann, ist nackte Panik. Ihre wunderschönen braunen Augen wirken in diesem Moment beinahe zu groß für ihr zartes Gesicht und ihr kleiner Brustkorb hebt sich hektisch mit jedem ihrer Atemzüge.
»James!«, zischt meine Mutter aufgebracht.
»Das ist alles nur deine Schuld!«, keift er sie wütend von der Seite an. »Du und deine wahnsinnigen Einfälle werden uns irgendwann noch umbringen.«
»Wie kannst du …«, wispert sie fassungslos.
»Wir hätten Zuhause bleiben sollen. Dort wären wir in Sicherheit gewesen. Stattdessen riskieren wir hier draußen bei diesem verdammten Schneesturm unser Leben. Und alles nur für eine Tote«, brummt er. Beim letzten Satz schüttelt er nur ungläubig den Kopf.
»Sie ist meine Mutter!«, kreischt Mum beinahe hysterisch.
Beth zuckt bei ihrem unerwarteten Gefühlsausbruch heftig zusammen und bohrt ihre Fingernägel noch tiefer in meine Haut. Der Druck ist schmerzhaft, aber ihr zuliebe ertrage ich ihn.
»Sie ist tot, Mary!«, schreit er. »Wir sind es nicht. Noch nicht«, sagt er müde und fährt sich mit einer Hand übers Gesicht. »Siehst du denn nicht, was du mir … und vor allem den Mädchen damit antust? Herrgott noch mal, Mary, wach endlich auf! Heute ist Heiligabend und wir sitzen in diesem Auto fest, inmitten eines tosenden Schneesturms und alles nur, weil du dir in den Kopf gesetzt hast, ihr Grab besuchen zu müssen. Das ist doch Wahnsinn!«
Grandma ist vor zwei Monaten unerwartet an einem Herzinfarkt gestorben. Sie hat hier draußen ganz alleine gelebt, deshalb hat es sich meine Mutter zur Aufgabe gemacht, ihr während der Feiertage Gesellschaft zu leisten. Ihr plötzlicher Tod hat ihr den Boden unter den Füßen weggerissen. Grandma war die einzig lebende Verwandte, die ihr noch geblieben ist. Nach ihrem Tod hat sie sich immer mehr von uns zurückgezogen. Sie war so … anders. Ihr Verhalten hat Beth eine Heidenangst eingejagt und wenn ich ehrlich bin, auch mir. Vor drei Tagen ist sie dann freudestrahlend ins Wohnzimmer spaziert und hat verkündet, dass wir Grandma auch dieses Jahr einen Besuch abstatten werden. Jeder Versuch, ihr die Sache auszureden, ist gescheitert.
»Sie ist ganz alleine, James! Wie kannst du da von Wahnsinn reden?«, schluchzt sie mit Tränen in den Augen und löst den Sicherheitsgurt.
»Was tust du da, Mary? Leg sofort wieder deinen Gurt an!«, befiehlt er ihr panisch, und versucht mit einer Hand an den Gurt heranzukommen.
»Lass mich! Ich werde laufen«, erwidert sie bissig und schlägt seine Hand weg.
»Bist du völlig übergeschnappt? Du wirst dir bei dieser Kälte noch den Tod holen. Sei bitte vernünftig!«
»Und wenn schon. Dann kann ich wenigstens wieder mit ihr zusammen sein«, murmelt sie resigniert und greift nach dem Türgriff.
»Lass um Himmels Willen die Tür zu, Mary!«, ruft Dad und versucht, nach ihrer Hand zu greifen. Dabei achtet er für einen Moment nicht auf die vereiste Straße und verliert unerwartet die Kontrolle über den Wagen. Was dann passiert, läuft wie in Zeitlupe an mir vorbei.
Unser Wagen, der ins Schleudern gerät und droht, den Abhang hinabzustürzen.
Beth, die sich verzweifelt an mich klammert und von unkontrollierten Schluchzern geschüttelt wird.
Der angsterfüllte Schrei meiner Mutter, der mir durch Mark und Bein geht.
Dad, der hektisch versucht, die Kontrolle über den Wagen zurückzuerlangen und bei dem Versuch scheitert.
Der rasende Pulsschlag, der in meinen Ohren dröhnt und die Erkenntnis, dass wir heute sterben werden.
Ich kann mich noch genau an den Anblick meiner Mutter erinnern und den Ausdruck, der sich auf ihrem Gesicht widergespiegelt hat: Unglaube. Das war das letzte Mal, dass ich sie gesehen habe. Einen Augenblick später schlittert unser Auto den Abhang herunter und Mum, die sich kurz zuvor abgeschnallt hat, wird mit voller Wucht gegen die Windschutzscheibe geschleudert. Das Geräusch von zeberstendem Glas und der verzweifelte Hilfeschrei, den sie ausstößt, kurz bevor sie aus dem Wagen gerissen wird, werde ich niemals vergessen. Doch das Schlimmste ist mit Abstand die Hoffnungslosigkeit, die ich auf Beths Gesicht sehen kann. Dieses kleine unschuldige Mädchen hat bereits mit ihrem Leben abgeschlossen. Die Tatsache, dass ich meine Schwester nie zu einer wunderschönen und starken Frau heranwachsen sehen werde, zerbricht mir das Herz. Das Letzte, das ich höre, bevor mir der restliche Sauerstoff aus der Lunge gepresst wird und ich mich der schützenden Dunkelheit hingebe, ist ihr spitzer Schrei.